Wutauslöser
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Little child, dry your crying eyes
How could I explain the fear you feel inside?
´Cause you were born into this evil world
Where man is killing man and no one knows just why


Mark Oh - When The Children Cry


Flüchtlingskinder
Flüchtlingskinder stellen die Hälfte der weltweit 40 Millionen Flüchtlinge, die aufgrund von Kriegen oder Menschenrechtsverletzungen vertrieben worden. Die meisten der Flüchtlinge, etwa 20 bis 25 Millionen, bleiben innerhalb der Grenzen ihres Nationalstaates und werden als Binnenflüchtige bezeichnet. Etwa 12 Millionen Menschen sind Flüchtlinge, die außerhalb ihres Flüchtlingslandes leben und durch die UN-Flüchtlingsorganisation, den UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees), betreut werden.

11,6 Prozent der vom UNHCR betreuten Binnenflüchtlinge sind Kinder unter 5 Jahren, 32,9 Prozent sind zwischen 6 und 17 Jahre alt. Zusätzliche 3,7 Millionen palästinensische Flüchtlinge fallen unter das Mandat der UN Relief and Works Agency für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) und sind nicht in den UNHCR-Statistiken enthalten.In Deutschland leben heute etwa 220.000 Flüchtlingskinder, davon schätzungsweise 5.000 bis 10.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. 16-Jährige werden hier asyl- und ausländerrechtlich behandelt wie Erwachsene, d.h. sie durchlaufen das gleiche Verfahren wie erwachsene Flüchtlinge - obwohl die UN-Kinderrechtskonvention alle unter 18-Jährigen unter einen besonderen Schutz stellt. Der Deutsche Bundestag ratifizierte 1992 die UN-Kinderrechtskonvention, allerdings mit Vorbehalt: Flüchtlingskinder sind von den völkerrechtlichen Mindestgarantien zum Schutze von Kindern nach wie vor ausgeschlossen. Durch das neue nachgebesserte Zuwanderungsgesetz, das nach einer dramatischen und knappen Abstimmung im März 2002 im Bundesrat beschlossen wurde mit dem Ziel der Steuerung und Begrenzung des Zuzugs von Ausländern wird auch dies nicht verbessert:

Künftig wird nur noch zwischen befristeter Aufenthaltserlaubnis und unbefristeter Niederlassungserlaubnis unterschieden. Entscheidungsgrundlage wird der Zweck des Aufenthaltes sein: Ausbildung, Erwerbstätigkeit, humanitäre Gründe oder Familiennachzug. Im Streit um das Nachzugsalter für Kinder siegten die Hardliner. Bei nachträglichem Zuzug von Kindern wird die bisherige Altersgrenze von 16 auf zwölf Jahre herabgesetzt. Es gibt jedoch Ausnahmen: Hochqualifizierte – oder im Rahmen des Auswahlverfahrens Eingereiste – dürfen ihre Kinder bis zum 18. Lebensjahr nachziehen lassen. Damit verschärft das neue Gesetz die Unterschiede zwischen politisch gewollten Zuwanderern und ungewollten Flüchtlingen.

Das neu geltende einjährige Arbeitsverbot trifft schulpflichtige Kinderflüchtlinge weniger, da sie auf Grund des Jugendarbeitsschutzgesetzes ohnehin nicht arbeiten dürfen. Bei Jugendlichen sieht es anders aus. Viele, die in Sammelunterkünften leben müssen und denen der Schulbesuch verweigert wird, wollen gerne arbeiten und dürfen es nicht. Selbst wenn sie bereits ein Jahr in Deutschland leben, bedeutet das nicht, dass sie einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bekommen. Es gilt die Bevorrechtigtenregel: Arbeitserlaubnisse werden nur erteilt, wenn die entsprechenden Arbeitsplätze nicht mit Deutschen, EU-Ausländern oder anderen Ausländern mit festem Aufenthaltsstatus besetzt werden können.

Der Status Duldung wurde im Zuwanderungsgesetz ganz gestrichen. Zum Beispiel Krankheit oder das Fehlen eines Passes waren bislang Gründe für eine Duldung. Jetzt droht schneller die Abschiebung. Im Schnellverfahren kann aber nicht zufrieden stellend - und unter Einbeziehung der Situation im Heimatland - abgeklärt werden, ob Flüchtlingskinder bleiben können.
Der Bundesfachverband UMF hatte eine Anerkennung von kinderspezifischen Fluchtgründen wie drohende Zwangsrekrutierung, Missbrauch als Kindersoldat und fehlende Existenzgrundlage gefordert. Doch im Zuwanderungsgesetz ist lediglich eine Anerkennung von nichtstaatlicher Verfolgung und geschlechtsspezifischen Fluchtgründen geplant.

Welche Auswirkungen das hat, wird erst die Rechtssprechung zeigen. Offen ist, ob unter diese Anerkennungsgründe auch die Flucht von Kindern aus Furcht vor Zwangsrekrutierung fällt. Der größte Kritikpunkt am Zuwanderungsgesetz: die Ignorierung des Kindeswohls. Es wird weiterhin die Internierung auf den Flughäfen geben. Die angestrebten Verbesserungen wie separate Räume und neue Spielzeuge lösen die tatsächlichen Probleme nicht. Es bleiben das Gefühl von Enge und die Ängste vor Abschiebung - auf Grund der nicht vollzogenen Einreise.


Kinderarbeit
Kinderarbeit ist am meisten in Afrika südlich der Sahara verbreitet - fast jedes dritte Kind arbeitet dort. In Asien ist es jedes fünfte Kind, in Lateinarmerika jedes sechste Kind. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation werden von den 186 Millionen arbeitende Kinder unter 15 Jahren ausgebeutet.
Krasse materielle Armut ist die Hauptursache dafür, dass Kinder ihre Familien unterstützen müssen, um den gemeinsamen Lebensunterhalt zu sichern. Allerdings ist die Annahme falsch, dass Kinderarbeit beendet wird, wenn in einer Region die Wirtschaft wächst: Manchmal steigt dann die Kinderarbeit sogar enorm an - ein typisches Phänomen zum Beispiel in der Textilindustrie. Die Nachfrage nach billigen Arbeitskräften wächst - und wenn das in einer Region passiert, in der es schlechte oder zu wenig Schulen gibt, schicken Familien Kinder in die Fabriken.

Hinter dem Begriff der Armut verstecken sich politische und ökonomische Faktoren, die erst durch ihr Zusammenwirken den Teufelskreis von Kinderarbeit und Ausbeutung schaffen:

- Regierungen vernachlässigen Bildungssysteme. Es gibt viel zu wenig Schulen, die Lehrer sind schlecht ausgebildet, Schulgebühren schließen Kinder aus armen Familien vom Schulbesuch aus.

- Weltmarktpreise für Rohstoffe decken die Produktionskosten nicht mehr ab. Zurzeit steht zum Beispiel der Weltmarktpreis für Kaffee auf einem Rekordtief. Die Folge: Die Bauern verarmen.

- Arbeitgeber stellen Kinder ein, weil sie dann noch niedrigere Löhne zahlen müssen und Kinder sich nicht in Gewerkschaften organisieren.

- Behörden und Polizei sind entweder schwach oder korrupt: Sie sehen weg und verfolgen Straftäter nicht, die Kinder verkaufen und ausbeuten.

- Diskriminierung: In fast allen Gesellschaften werden bestimmte Menschen als minderwertig angesehen: Mädchen, ethnische und religiöse Minderheiten oder Flüchtlinge sind daher für jede Form der Ausbeutung besonders gefährdet.

- Auf Grund von Krieg und Gewalt lösen sich Familien und Gemeinschaften auf. Gesellschaften verelenden und brutalisieren sich. Jegliche Infrastruktur wird zerstört (Schulen, Krankenhäuser) und selbst kleine Kinder werden verkauft, ausgebeutet und geschunden.

- Besonders im südlichen Afrika steigt die Zahl der Kinderarbeiter und der von Kindern geführten Haushalte auf Grund von AIDS - die Elterngeneration ist erkrankt oder gestorben. Die Kinder müssen allein den Lebensunterhalt für sich und ihre Geschwister verdienen, wenn Großeltern oder Verwandte sie nicht aufnehmen können.


Kinderhandel
Kinderhandel macht an keinen Landesgrenzen halt. Auch nach Westeuropa gelangen jährlich tausende von Kindern, die Opfer von Händlern geworden sind, wo sie zum Beispiel in Griechenland oder Spanien gezwungen werden, Autoscheiben zu waschen oder zu betteln, in Deutschland Diebstähle zu begehen oder werden als Sexualobjekte benutzt. Nach internationalen Schätzungen werden über 100.000 Kinder monatlich (!) verkauft.

Im Visier der Kinderhändler sind Kinder, die in Armut oder schwierigen Familienverhältnissen leben. Wehrlos und von der fremden Umgebung eingeschüchtert, können sie sich nicht gegen ihre Ausbeuter wehren. Tun sie es doch, werden sie mit Gewalt gefügig gemacht.

Das Vorgehen ist immer ähnlich: Ein Kind wird von einem Ort an einen anderen gebracht. Oft ist eine Mittelsperson im Spiel, die das Kind weiterverkauft. Sie zahlt der Familie Geld und verspricht dem Kind eine Ausbildung oder einen guten Job. Stattdessen wartet auf die Jungen und Mädchen jedoch jahrelange Ausbeutung: Zwangsarbeit, illegale Aktivitäten wie Einbrüche oder Drogenhandel, Betteln, Zwangsheirat, Adoption, kommerzielle sexuelle Ausbeutung zur Prostitution oder Pornographie, Arbeit entweder als Hausangestellte oder aber andere Arbeit, die so gefährlich ist, dass sie Gesundheit oder gar Leben des Kindes gefährdet.


Straßenkinder
Straßenkinder gibt es weltweit, sogar in Deutschland, auch wenn es hier nur 9.000 Kinder von den geschätzen 33 Millionen betroffenen Kindern weltweit sind.Verlässliche Angaben über die weltweite Anzahl der Straßenkinder gibt es allerdings nicht, da nur wenige Straßenkinder eine Geburtsurkunde haben. Außerdem ist die Zahl von der Definirung des Wortes Straßenkind abhängig: Viele Schätzungen fassen die Gruppen der auf der Straße arbeitenden Kinder und Straßenkinder zusammen, da der Übergang zwischen dem Arbeitsplatz Straße und dem Lebensmittelpunkt Straße oft fließend ist. Bei dieser Betrachtungsweise kommen entsprechende Untersuchungen schnell auf die Zahl von 100 Millionen Straßenkindern weltweit.

Straßenkinder sind Überlebende eines Krieges, der mit Kugeln, vor allem aber mit Hunger, Vertreibung und Perspektivlosigkeit tötet. Sie sind aggressiv und missachten die Gesetze der Normalität, sind aber auch Menschen mit überraschenden Formen von Solidarität und Phantasie. Inzwischen wächst in Lateinamerika die zweite Generation auf der Straße auf. Ihr Zuhause besteht aus Pappe oder alten Decken, bewegt sich zwischen Müll und Absteige und ist geprägt von Armut und Gewalt, Drogen und Kriminalität.

Normalerweise durchläuft ein Kind unterschiedliche Stationen der Sozialisation: Familie, Kindergarten/Schule, Freundeskreis, Berufsausbildung, Berufsleben. Bei Straßenkindern reduzieren sich diese Stationen auf gescheiterte Erfahrungen in der Familie. Die Straße wird zum alleinigen Ort für Sozialisation. Ihnen bleibe nur die Solidarität mit anderen Straßenkindern. Die Gruppe dient als Familienersatz und hat zudem die Funktion einer Schutz- und Sicherheitsinstanz, zum Beispiel vor Jugendbanden, Polizeikontrollen und Todesschwadronen.

Auch wenn die Gründe, warum ein Kind auf der Straße lebt, individuell und regional verschieden sind, liegt es aber oft an dem Zusammenbruch traditioneller Sozialsysteme. Dies geschieht durch
- Verstädterung:
Ob in Asien oder Lateinamerika, überall dort, wo Menschen aus wirtschaftlicher Not vom Land in die Stadt flüchten, zerbrechen Familien. Die Kinder hoffen, in der Stadt Arbeit zu finden und so zu überleben.

- Wachsende Kluft zwischen Arm und Reich:
Arm sein heißt, ausgeschlossen sein von den Ressourcen, die anderen verfügbar sind. Das verursacht Frustration und Hoffnungslosigkeit. Es kommt zu Alkoholmissbrauch und innerfamiliärer Gewalt, sodass die Kinder von ihrer Familie flüchten.

- HIV / AIDS:
Die rasante Ausbreitung von HIV / AIDS hat dazu geführt, dass immer mehr Kinder zu AIDS-Waisen werden. Laut einer Prognose von UNAIDS werden im Jahr 2010 weltweit über 25 Millionen Kinder ein oder beide Elternteile durch AIDS verloren haben.

- Krieg und Gewalt:
Selbst viele Jahre, nachdem offiziell Frieden geschlossen wurde, leiden Kinder unter den Folgen von Krieg und Gewalt: Auseinandergerissene und traumatisierte Familien, Armut, verminte Felder, zerstörte Dörfer, zu wenig Schulen und mangelhafte Infrastruktur, sodass die Kinder versuchen als Straßenkinder zu überleben.

Von den 9.000 Kindern und Jugendliche auf der Straße in Deutschland leben allein ein Drittel in Berlin. Auch hier sind Misshandlungen in der Familie einer der Hauptgründe, warum Kinder und Jugendliche aus ihren Familien fliehen. Vier fünftel der Kinder haben eine Odyssee durch verschiedene Jugendhilfeeinrichtungen hinter sich.


Kindersoldaten
Kindersoldaten gibt es weltweit geschätze 300.000. Minderjährige werden sowohl von regulären Armeen wie auch von Rebellengruppen rekrutiert. In den meisten Fällen handelt es sich um Zwangsrekrutierungen. Viele Kinder wachsen in Kriegs- und Krisengebieten auf. Ihr Lebensalltag wird durch Krieg, Gewalt und Zerstörung geprägt. Die Kriegsziele werden von Erwachsenen bestimmt. Kindersoldaten unterliegen - wie alle Soldaten - dem Gesetz von Befehl und Gehorsam. Für die betroffenen Kinder heißt das: Sie müssen gehorchen, ohne den Sinn in Frage zu stellen.

Es gibt nur wenige Kindersoldaten, die aus religiöser oder politischer Überzeugung mitkämpfen. Die große Masse hat andere Motive: Angst vor Übergriffen des Gegners; Angst vor Strafen und Misshandlungen durch eine Kriegspartei. Ein weiteres Motiv ist die Hoffnung auf Schutz, Sicherheit und Versorgung. Nicht selten spielt dabei eine Rolle, dass man mit Waffengewalt rauben und plündern kann. Kinder melden sich auch freiwillig, weil sie sich für die Ermordung der Eltern oder von Familienangehörigen rächen wollen.

Für die meisten Kriege gilt: Je länger ein Krieg dauert, desto mehr Kinder werden rekrutiert. Je mehr Kinder rekrutiert werden, um so jünger werden die Opfer dieser Praxis. Nicht selten kommt es zum Wettlauf der Kriegsparteien bei der (Zwangs-) Rekrutierung von Kindern. Die Rekrutierung von Kindersoldaten dient in manchen Konflikt- und Kriegsregionen auch als Instrument zur Unterdrückung von oppositionellen Gruppen und Ethnien. In diesem Fall werden Kinder von Oppositionellen oder ethnischen Minderheiten vom Militär rekrutiert. Anschließend werden sie in entfernte Landesteile gebracht, ohne dass die Eltern vom Verbleib ihrer Kinder Kenntnis erhalten. Die Entwicklung von leichten Kleinwaffen ermöglicht es den Kriegsparteien, bereits junge Kinder in bewaffnete Auseinandersetzungen zu schicken.

Auf die kindlichen Bedürfnisse der Kindersoldaten wird keine Rücksicht genommen. Die Kinder werden oft geschlagen, misshandelt und gezwungen, Grausamkeiten zu begehen. Sie müssen zum Beispiel andere Kinder töten, wenn diese fliehen wollten. Diese Behandlung hat nur ein Ziel: Einschüchterung, Erzwingung absoluten Gehorsams und Abstumpfung gegen Grausamkeit. Das Leben als Soldat ist hart: Sie müssen schwere Lasten (Waffen, Verwundete, Lebensmittel, Hausrat, Zelte) über weite Strecken schleppen. Essen, sauberes Wasser und sonstige Versorgungsgüter (Medikamente) sind knapp. Kinder, die diesen Anforderungen nicht gewachsen sind, werden von ihren Vorgesetzten schikaniert oder getötet.

Mädchen - teilweise auch Jungen- werden durch erwachsenen Soldaten sexuell missbraucht. Daraus resultieren Risiken für die betroffenen Kinder, wie zum Beispiel die ungewollte Schwangerschaft bei Mädchen. Weitere Gefahren sind Infektionsgefahren wie Geschlechtskrankheiten und HIV/AIDS.
Kinder werden von den Vorgesetzten als »weniger wertvolle« Soldaten angesehen, deshalb werden sie gern an besonders gefährlichen Stellen der Front eingesetzt, zum Beispiel als Spione, Minenleger und Minensucher. Entsprechend hoch ist das Risiko, verletzt oder getötet zu werden.

Kindersoldaten haben meist keine Ausbildung genossen oder eine Schule besucht, können deshalb weder lesen noch schreiben. Sie erlernen so auch nicht die notwendigen Kulturtechniken, um in einer Zivilgesellschaft friedlich miteinander leben zu können.


Ideen, wie man helfen kann, sind auf tdh.de zu finden, woher auch die ganzen Infos stammen.










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